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Die Woche der Baukultur

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2021

Es war und ist die Woche der Baukultur: Am Montag war die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Bundesstiftung Baukultur, am Dienstag und Mittwoch bot das „Studio Baukultur" der Bundesstiftung Baukultur zahlreiche Fachvorträge, gestern war Deutscher Ingenieurtag des VDI und heute sowie morgen ist Deutscher Baugerichtstag. Der „Kodex für Baukultur" für die Immobilienwirtschaft und der Anstoss einer Reform der HOAI nach der Reform von 2021 sind für Architekten, Bauingenieure, Beratende Ingenieure und andere Bauplaner weitreichende Entwicklungen, die in dieser Woche der Baukultur ihren Anfang genommen haben.

Neuer Vorstand des Fördervereins der Bundesstiftung Baukultur
Erfreulich: Die Mitgliederentwicklung im Förderverein der Bundesstiftung Baukultur.

Gleich zu Beginn dieser Woche der Baukultur stellte sich der Förderverein der Bundesstiftung Baukultur personell neu auf. Die pisa Versicherungsmakler GmbH als inhabergeführter, unabhängiger Fachversicherungsmakler für die Bauplanungsbranche setzt sich bewusst für Baukultur ein und ist deshalb aus Überzeugung Mitglied im Förderverein der Bundesstiftung Baukultur – und wählte daher den neuen Vereinsvorstand mit. Neuer Vorstandsvorsitzender ist der Darmstädter Prof. Dr.-Ing. Karsten Tichelmann (Bauingenieur, Technische Universität Darmstadt, Gesellschafter TSB-Ingenieurgesellschaft). Zu seiner Stellvertreterin wurde Dipl.-Ing. Ina Bimberg aus Iserlohn (Landschaftsarchitektin, Landschaftsarchitekten Bimberg) gewählt. Für die Finanzen zeichnet Rechtsanwalt Axel Wunschel aus Potsdam (Wollmann & Partner Rechtsanwälte mbB) verantwortlich. Weitere Vorstandsmitglieder sind: Dipl.-Ing. Eike Becker aus Berlin (Architekt BDA, Eike Becker-Architekten), Dipl.-Ing. Helmuth Caesar aus Stuttgart (Geschäftsführer, Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH SWSG), Dipl.-Ing. Achim Nagel aus Hamburg (Geschäftsführender Gesellschafter, PRIMUS developments GmbH), Dipl.-Ing. Amandus Samsøe Sattler aus München (Architekt BDA, Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH), Dr. Anne Schmedding aus Berlin (Leitung Stiftungsprojekte, Stiftung Berliner Leben) sowie – kraft Amtes – Dipl.-Ing. Reiner Nagel aus Potsdam/Berlin, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. Kassenprüfer sind Dipl.-Ing. Rainer Bohne aus Berlin sowie Dr. Thomas Welter aus Berlin, Bundesgeschäftsführer des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA e.V.

Der neue Vorstand des Fördervereins der Bundesstiftung Baukultur.
Das „Studio Baukultur" und der „Kodex für Baukultur“ für die Immobilienwirtschaft
„Studio Baukultur" mit hochkarätig besetzter Podiumsdiskussion.

Weil der Konvent der Baukultur der Bundesstiftung Baukultur bedingt durch die Corona-Pandemie auf den 3./4. Mai 2022 verschoben wurde, wartete die Bundesstiftung Baukultur diese Woche mit einem zweitägigen online übertragenen „Studio Baukultur" auf. Vorträge und Podiumsdiskussionsrunden wechselten sich ab. Im Zentrum des Dienstages stand das Thema „Bodenpolitik" und speziell die Präsentation eines „Kodex für Baukultur“ für die Immobilienwirtschaft, der von der Bundesstiftung Baukultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG) entwickelt wurde. Die Baukultur wird damit zum anerkannten Ziel in der Immobilienbranche. Es handelt sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung für die verantwortungsvolle Aufgabenwahrnehmung von Unternehmen der Immobilienwirtschaft. In einer Pressemitteilung der Bundesstiftung Baukultur heißt es dazu: „Die Immobilienwirtschaft trägt in ihrer Aufgabe als Projektentwickler, Planer, Bauherr, Eigentümer, etc. in besonderem Maße Verantwortung für die Gestaltung unserer Lebensräume. Gleichzeitung bilden baukulturelle Werte und gesellschaftliche Akzeptanz die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Der ,Kodex für Baukultur' unterstützt nun die Unternehmen der Immobilienwirtschaft dabei, aus eigener Initiative und im Rahmen einer Selbstkontrolle gesellschaftliche Verantwortung für die Konsequenzen immobilienwirtschaftlichen Handelns und für die gebauten Ergebnisse zu übernehmen. Dass Baukultur einen Mehrwert für die Immobilienwirtschaft bietet, ist mittlerweile in den Köpfen angekommen – wird allerdings nicht immer umgesetzt. In der Umfrage des Beteiligungsprozesses zum Kodex geben zum Beispiel 98 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Wertschätzung historischer Bestände als relevant oder mindestens bedingt relevant gesehen wird – nur die Hälfte der Befragten setzt dies allerdings in der Praxis auch stringent um. Baukultur ist stets eng mit Prozessqualität verknüpft, weshalb den Initiatoren des ,Kodex für Baukultur' die Einbeziehung der Akteure der Immobilienwirtschaft in den Erstellungsprozess ein zentrales Anliegen war. Da aufgrund der Corona-Pandemie eine persönliche Diskussion der Inhalte nicht möglich war, wurden Unternehmen der Immobilien- und Wohnungswirtschaft im Sommer 2020 aufgefordert, mittels einer Online-Befragung Feedback zum Entwurf des ,Kodex für Baukultur' zu übermitteln und wurden so eingebunden. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die IREBS der Universität Regensburg."

Der „Kodex für Baukultur“ enthält folgende Forderungen:

Haltung und Werte:
• Ganzheitliche Baukultur
• Umsichtiges Handeln bei Neubau und Bestandsentwicklung
• Wertschätzung bereits bestehender Baukultur

Visionen und Ziele:
• Bestände nutzen
• Ressourcen schonen
• Vielfalt und Mischung fördern

Prozesse und Mittel:
• Lebenszyklusbetrachtung
• Qualitätssicherung
• Kooperative Zusammenarbeit

Stimmen zum  „Kodex für Baukultur“

Prof. Dr. Sven Bienert, Vorstand Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft/IREBS Institut der Universität Regensburg

In Zeiten steigender Bodenpreise und immer höherer Baudichten wird das Thema einer „guten Baukultur" immer wichtiger. Auch in der immer wichtiger werdenden Nach- und Umnutzung – beispielsweise von Kirchen, die verstärkt auf den Markt kommen – wird die Immobilienwirtschaft diese Form der sozialen Verantwortung in Zukunft verstärkt beschäftigen.

Karin Barthelmes-Wehr, Geschäftsführerin Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft

Unser Ziel ist es, die Immobilienwirtschaft zukunftsfähig zu machen. Hierzu gehört, dass wir die Akteure der Branche ermutigen, sich mit allen Anforderungen von ESG (Environment Social Governance) auseinanderzusetzen und hierbei neue Allianzen zu schmieden. Hierfür bietet der von uns vorgelegte  „Kodex für Baukultur“ eine sehr gute Grundlage im Bereich Planung, Entwicklung und Bau.

Rainer Nagel, Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur

Der „Kodex für Baukultur“ stellt nun die Verantwortung des immobilienwirtschaftlichen Handelns für die räumlich auf uns wirkende, gebaute Umwelt und die daraus resultierenden Konsequenzen in den Fokus, womit Unternehmen in ihrer baukulturellen Kompetenz wachsen. Im Ergebnis profitiert durch den jetzt vorliegenden„Kodex Baukultur“ die Qualität der gebauten Umwelt.

Den vollständigen „Kodex für Baukultur“ gibt es kostenfrei zum Download unter: https://www.bundesstiftung-baukultur.de/sites/default/files/medien/8349/downloads/210517_kodex_fuer_baukultur_bsbk.pdf

Prof. Dr. Werner Sobek
Rainer Nagel, Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur

Weitere Themen des zweitägigen „Studio Baukultur" waren u.a. „Die Bedeutung öffentlicher Räume in und nach Corona-Zeiten", „Mit Freude sanieren“, „Lebendige Innenstädte“ sowie eine hochkarätige Schlussrunde (der renommierte Architekt Prof. Dr. Werner Sobek, BDA-Präsidentin Susanne Wartzeck, Christine Lemaitre (Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) sowie Rainer Nagel (Vorsitzender der Bundesstiftung Baukultur)). Das  „Studio Baukultur" bot zwei Tage voller tiefgründiger Fachkompetenz rund ums Thema „Baukultur". Den ersten Tag zum Nachsehen unter https://vimeo.com/548291443

Robert Habeck statt Annalena Baerbock beim Deutschen Ingenieurtag
VDI-Präsident Dr.-Ing. Volker Kefer und Robert Habeck, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen

Gestern dann der (digitale) Deutsche Ingenieurtag des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Er stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des Klimaschutzes: „Gemeinsam für das 1,5-Grad-Klimaziel". Energie-, Mobilitäts- und Wärmewende sowie Ressourcen- und Energieeffizienz: Dies alles sind notwendige Schritte für einen erfolgreichen Klimaschutz. Das im Pariser Übereinkommen vereinbarte Ziel, die durchschnittliche globale Temperaturerhöhung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 1,5 °C zu begrenzen, erfordert Mut, Konsequenz und weitere Innovationen in vielen technischen Bereichen. Mit viel Leidenschaft und Faszination arbeiten und forschen Ingenieure und Ingenieurinnen weltweit an den technologischen Herausforderungen zur Erreichung des 1,5-Grad-Klimaziels. Wie wir alle gemeinsam das Klimaziel erreichen können, ist die große Frage, der sich der VDI im Rahmen des Deutschen Ingenieurtags 2021 widmete und hierfür Experten und Expertinnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen hatte. Prominentester Gast: Robert Habeck, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, der im Dialog mit VDI-Präsident Dr.-Ing. Volker Kefer über die Herausforderungen, die sich aus dem 1,5°-Klimaziel ergeben, sprach. Ursprünglich hatte der VDI Habecks Co-Parteivorsitzende Annalena Baerbock eingeladen. Die war aber als Bundeskanzlerkandidatin kurzfristig verhindert. Kefer und Habeck schlossen beim Deutschen Ingenieurtag einen Deal: Die Politik schafft die Rahmenbedingungen für die Klimawende, die Ingenieure kümmern sich um die technische Umsetzung. Bereits bei der Eröffnung des Deutschen Ingenieurtags war die Politik mit im Boot: Nach der Eröffnung durch VDI-Direktor Dipl. Wirtsch.-Ing. Ralph Appel, sprach die Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein Grußwort. Hochkarätig besetzt war auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „1,5˚ – Gemeinsam für das Klimaziel“. Was sind die Anforderungen? Was müssen wir tun? Wer hat welche Aufgaben? Darüber diskutierten Donya-Florence Amer (CEO, Bosch Climate Solutions GmbH), Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke (Vorsitzender des Interdisziplinären Gremiums Klimaschutz und Energiewende im VDI), Prof. Dr. Mark Lawrence (Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor am IASS), Dr. Frank Mastiaux (Vorstandsvorsitzender, EnBW Energie Baden-Württemberg AG) und Dr. Markus Steilemann (Vorstandsvorsitzender, Covestro AG). Eine ganz andere Perspektive auf den Klimawandel bot die Astronautin und Klimaforscherin Dr. Insa Thiele-Eich, Meteorologin und wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut der Universität Bonn. Dr. Thiele-Eich betreibt Grundlagenforschung für eine verbesserte Wetter- und Klimavorhersage und untersucht zum Beispiel den Wasser- oder Energieaustausch zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre. Es folgten fachliche, interaktive und dialogorientierte Breakout Sessions zu verschiedenen Teilaspekten des Klimaschutzes, zum Beispiel unter der Überschrift „Gebäude der Zukunft: zirkulär und digital" einerseits zum Thema „Disruptive Digitalisierung in der Plattform namens Gebäude", andererseits zum Thema „Circular Economy im Bau und in der TGA". Im „Experience Café" (entspanntes, virtuelles Networking) konnte man sich anschließend mit Gleichgesinnten und Experten noch vertiefend zum Thema austauschen. Weitere Details unter https://www.vdi.de/deutscher-ingenieurtag/rueckblick


Reaktionen auf den Deal zwischen Dr.-Ing. Volker Kefer und Robert Habeck

Hochkarätig besetzt war auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „1,5˚ – Gemeinsam für das Klimaziel“.
Die Reform der HOAI nach der Reform 2021

Und heute wird der Deutsche Baugerichtstag eröffnet. Dieser findet – bedingt durch die Corona-Pandemie – zum ersten Mal als Online-Veranstaltung statt und steht unter dem Motto „Live! Interaktiv! Innovativ!". Denn der Baugerichtstag lebt von der fachgebietsübergreifenden Diskussion: Selten sind sich Juristinnen und Juristen, Bauplanende und Sachverständige so nah und können auf höchstem Niveau einen interdisziplinaren Austausch verfolgen. Die Plenarveranstaltung und die Sitzungen der tagenden Arbeitskreise vor Ort in Hamm werden digital produziert. Wie es im Veranstaltungsflyer heißt: „Um dieses Konzept realisieren zu können, mussten wir die Anzahl der tagenden Arbeitskreise auf vier beschränken, wobei die AK I b (Bauvertragsrecht) und X (Baubetrieb) gemeinsam tagen werden. Die beiden Arbeitskreise haben, wie schon in der Planung für 2020, Großes vor: Sie werden Empfehlungen an den Gesetzgeber für gesetzliche Regelungen zu bauzeitlichen Ansprüchen formulieren, die schon lange von der Baupraxis und vielen Baujuristen gefordert werden. Die gerade mit erheblichem europarechtlichen Theaterdonner neu eingeführte HOAI bietet schon jetzt nach dem Motto ,nach der Reform ist vor der Reform' ausreichend  Diskussionsstoff für ihre  Weiterentwicklung. Und weil der Deutsche Baugerichtstag schon bisher großen Anteil an der Fortentwicklung der HOAI hatte, wird er sich im AK IV auch weiterhin der Verantwortung stellen, diesem zentralen Regelwerk der Architekten und Ingenieure rechtlich belastbare und praxisgerechte Konturen zu verleihen. Schließlich wird der AK XII (Bauträgerrecht) tagen. Immer noch ist offen, welche endgültigen Vorstellungen das Ministerium zur Fortentwicklung des Bauträgerrechts gemäß §§ 650u ff. BGB in den politischen Meinungsbildungsprozess geben wird; der schon lange angekündigte Referentenentwurf liegt immer noch nicht vor. Umso wichtiger erscheint es, durch die Tätigkeit des AK XII Impulse für Ausgestaltung regelungsbedürftiger Inhalte insbesondere in Bezug auf die Abnahme des Gemeinschaftseigentums und die Erwerberabsicherung zu liefern." Das komplette Programm: https://www.baugerichtstag.de/wp-content/uploads/2021/03/DBGT-Flyer_virt.pdf Weitere Informationen unter https://www.baugerichtstag.de/termine/8-deutscher-baugerichtstag/

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