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Clubhouse für Architekten, Beratende Ingenieure und andere Bauplaner

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2021

Das Café ums Eck hat dank Corona-Lockdown gerade geschlossen. Kein Wunder also, dass die Audio-App Clubhouse in den jüngsten Wochen einen wahnsinnigen Hype erlebt hat. Es ist die die Social Media-App der Stunde. Clubhouse ist ein Paradebeispiel dafür, wie man im digitalen Zeitalter einen waschechten Hype kreiert. Aber steckt hinter der „Clubhouse Mania" auch eine für Architekten, Beratende Ingenieure und andere Bauplaner sinnvolle (notwendige?) Social-Media-Anwendung?

Das Konzept von Clöubhouse ist vielversprechend einfach. Es handelt sich um eine Audio-only-App, bei der man Gesprächen wie bei einem Live-Podcast zuhören oder sich auch aktiv an Diskussionen beteiligen kann. Keine Kommentare, keine Likes, keine eingeschaltete Kamera -- Clubhouse ist absolut simpel. Keineswegs einfach, und das ist vermutlich das Erfolgsgeheimnis: Es kann/darf bei Clubhouse nicht jeder mitmachen! Denn zum einen gibt es die App bisher nur für Apple-User (eine Android-Version wird laut Hersteller derzeit entwickelt), zum anderen reicht es nicht, die Audio-App aus dem App Store herunterzuladen, um bei Clubhouse dabei zu sein. Es bedarf zusätzlich einer Einladung durch einen bereits registrierten Clubhouse-User. Dieser „Invite“ funktioniert über die Telefonnummer. Doch Obacht! im Profil wird öffentlich angezeigt, von wem man eingeladen wurde. Es gibt also gute Gründe, seine Invites mit Bedacht zu verteilen (und nicht, wie bereits geschehen, auf Ebay oder anderswo zu verkaufen). Wer besonders aktiv ist, kann sich zusätzliche Invites verdienen. Clubhouse setzt also auf Exklusivität (= künstliche Verknappung) und hat einen elitären Charakter. Und deshalb will jeder dabei sein. Dies ist wohl genau der Grund für den derzeitigen Hype um Clubhouse.

Wie funktioniert Clubhouse?

Der Austausch findet in Clubhouse über sogenannte Räume (vergleichbar den Gruppen auf Facebook) statt. Jeder User kann öffentlichen Räumen beitreten oder seine eigenen eröffnen. Auch geschlossene Räume, um sich mit Freunden zuvernetzen, sind möglich. Dort gibt es dann verschiedene User-Rollen:

  • Moderatoren können die Diskussion leiten, indem sie User „auf die Bühne holen“ und sie zu Sprechern machen. Umgekehrt können sie aber auch User wieder von der Bühne entfernen.
  • Sprecher können aktiv an der Diskussion teilnehmen und Wortbeiträge leisten.
  • Zuhörer können die aktuelle Diskussion live verfolgen. Wer per Knopfdruck seine Hand hebt, signalisiert den Moderatoren, dass er ebenfalls etwas zum Gespräch beitragen will.

Es ist auch möglich, Diskussionsrunden vorzuplanen, um möglichst viele User zu erreichen. Über die Kalenderansicht behält man im Blick, wann Räume eröffnet werden, die für einen besonders interessant sind.

Clubhouse aus Datenschutzgründen mehr als fragwürdig

Wird da also eine neue Social Media-Sau durchs virtuelle Dorf getrieben, die genau so schnell verschwindet wie sie im App Store aufgetaucht ist? Das wird sich zeigen. Fakt ist: Aus der Perspektive des Datenschutzes ist Clubhouse mehr als fragwürdig. Zum einen werden die Daten an die US-Behörden weitergeleitet, zum anderen greift Clubhouse sämtliche Einträge im Kontakte-Adressbuch des verwendeten iPhones ab. Zudem werden Daten an Dritte weitergegeben. Clubhouse betreibt ferner Profiling (sucht sich aus anderen Social-Media-Kanälen weitere Daten über die User zusammen) und ein Monitoring (wann bzw. wie lange jemand die App nutzt und mit wem Diskussionen führt). Die Diskussionsgespräche werden (zumindest vorübergehend) aufgezeichnet. Und im Falle einer Übernahme von Clubhouse durch ein anderes Unternehmen bzw. bei einer Fusion werden sämtliche Daten weitergeleitet. Kurzum: Auch für Unternehmen wie zum Beispiel Architektur-, Ingenieur- oder Bauplanungsbüros bedarf es etlicher Vorüberlegungen, ob überhaupt und wenn ja, wie eingermaßen datenschutzkonform, man Clubhouse nutzen kann.

Für Architekten, Beratende Ingenieure oder sonstige Bauplaner sinnvoll?

Unabhängig von der Frage des Datenschutzes: Macht der Einsatz der Clubhouse-App für Architekten, Beratende Ingenieure und andere Bauplaner überhaupt Sinn? Diese Frage hat sich Eric Sturm vom Blog Internet-fuer-Architekten.de (https://internet-fuer-architekten.de/architekt-innen-clubhouse-fachgespraeche-architektur-baukultur-vermittlung/) auch gestellt. Im Folgenden wird daraus zitiert: „Wie können Architekten (Beratende Ingenieure und andere Bauplaner) die Clubhouse-App nutzen? Und: Gibt es auf Clubhouse schon Akteure aus den Bereichen Bauwesen, Architektur und Baukultur? Klare Antwort: Ja, es füllt sich langsam … Doch zur ersten Frage: Das Prinzip der unkomplizierten, distanz-unabhängigen Gespräche zwischen zwei, zehn oder 1.000 Personen ließe sich bestens auch in der Bauplanungsbranche nutzen. Sei es für Fachgespräche zwischen Gleichgesinnten in einem bestimmten Themenbereich, spontane Talks nach Feierabend zwischen Kollegen, aber auch für den (in allen Medien) noch viel zu selten stattfindenden Austausch zwischen Architekturschaffenden und der allgemeinen Öffentlichkeit. Auch Institutionen aus der Bau- und Architekturwelt, also Berufsverbände, Architektenkammern, Ingenieurkammern sowie die verschiedenen Interessengruppen (zum Beispiel die regionalen BIM-Cluster) könnten Clubhouse nutzen, um Podiumsgespräche, Vorträge oder Frage-und-Antwort-Runden zu aktuellen Themen zu veranstalten. Spontan fallen mir zum Beispiel die HOAI 2021, der Dauerbrenner BIM, die Personalgewinnung, das Arbeiten unter Corona-Pandemie-Bedingungen und viele andere Themen ein. Was ebenfalls spannend sein könnte: Gespräche zwischen Bauindustrie und Bauplanern. Hier könnten die eher informellen, leicht zuorganisierenden Audio-Events eine gute Ergänzung zu den bisher üblichen Vortragsveranstaltungen, (Online-) Symposien und Kongressen sein. Gerade jetzt in Lockdown-Zeiten wäre die Kommunikation im ,Lockdown-Modus' via Clubhouse eine unkomplizierte Alternative zu Webinaren und Livestreams. Architektur- bzw. Ingenieurbüros oder deren Verbände könnten in Eigenregie reine Audio-Vorträge veranstalten und Expertengespräche organisieren. Dabei können zwar keine bunten Bilder gezeigt werden, doch vielleicht hilft das, um bestimmte Konzepte und Entwurfsansätze besser zu vermitteln als bei aufwändigen (übrigens auch in der Vorbereitung) multimediale Präsentationen. Spontane Presse-Events oder Hintergrundgespräche mit Journalisten via Clubhouse hätten sicher auch ihren Reiz. Ein wunderbares Experimentierfeld. Das Besondere an dezentralen Audio-Treffen ist, dass sie den Nutzern wesentlich mehr Flexibilität als andere Medien und Formate ermöglicht: Clubhouse-Events statt Radiohören während der Arbeit (geht nur bei bestimmten Tätigkeiten, klar), beim Putzen, Spazierengehen oder Joggen, und natürlich auf dem Sofa. Da ist vieles möglich. Und das Prinzip passt in Corona-Lockdown-Zeiten gut in unser räumlich-physisch reduziertes Sozialleben." Soweit Eric Sturm.

Auf hinreichenden Cyberschutz achten

Die pisa Versicherungsmakler GmbH als inhabergeführter, unabhängiger Fachversicherungsmakler für Architekten, Beratende Ingenieure und andere Berufsgruppen der Bauplanungsbranche wird (vorerst) nicht bei Clubhouse aktiv sein -- aus Gründen des Datenschutzes. Denn die Daten unserer Kunden, Interessenten und/oder Social-Media-Usern (Facebook, LinkedIn, XING und Instagram) sowie Website-Besuchern (kein Tracking!) sind uns heilig. Falls Sie als Architekt, Beratender Ingenieur, Vermessungsingenieur oder sonstiger Bauplaner die Clubhouse nutzen (wollen), dann denken Sie bitte nicht nur an den Datenschutz, sondern auch daran, dass diese App (wie jede App, jede Software, jedes Handy, jedes Laptop, jeder Computer, jeder Server, etc.) hinreichend gegen Cybercrime geschützt wird. Wenn es um die angemessene und weitgehende Absicherung gegen die finanziellen Risiken von Cybercrime geht, dann kann Sie die pisa Versicherungsmakler GmbH gerne hinsichtlich einer Cyber-Versicherung beraten. Mehr Infos unter https://www.pisa-versicherungsmakler.de/versicherungen/cyber-risk-versicherung

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